Wir gratulieren Carin Levine zur FEM-Nadel

Am 18. Oktober 2019 fand im Rahmen der Donaueschinger Musiktage die Verleihung der FEM-Nadel an die Flötistin Carin Levine statt. FEM-Vorsitzender Johannes K. Hildebrandt begrüßte die Gäste und die Preisträgerin. Er konnte auch u.a. die letztjährige Nadelträgerin Yonghi Pagh-Paan unter den Anwesenden begrüßen. Die ehemalige bremische Rundfunkredakteurin für Neue Musik, Lotte Thaler, hielt eine freudige wie bewegende Laudatio auf Carin Levine, wofür ihr hier nochmals herzlich gedankt sei. Zum Abschluss bedankte sich die Preisträgerin für die Ehrung und hob die Bedeutung der Nadel für ihr Wirken und die Szene der zeitgenössischen Musik hervor.

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v.l.n.r.: Meret Forster (FEM-Nadeljury 2019), Johannes K. Hildebrandt (Vorsitzender der FEM), Carin Levine (FEM-Nadelträgerin 2019), Lotte Thaler (Laudatorin für Carin Levine), Alexander Strauch (FEM-Nadeljury 2019, stv. Vorsitzender der FEM), Antje Müller (Geschäftsführerin des DKV)

Benjamin Lang gewinnt ECCO Call of Scores

Benjamin Langs Stück für Saxophonquartett „Old Scatness“ steht am 8. Oktober auf dem Programm des ECCO-Konzertes in Stockholm mit dem Stockholm Saxophone Quartet. Eine Jury der FEM wählte sein Werk als einen von drei deutschen Beiträgen aus und reichte diesen an das ECCO Artistic Committee weiter, welches aus den Einreichungen aller Komponistenverbände in Europa insgesamt sechs Werke für dieses Konzert auswählte. Weitere Preisträger waren Nils Henrik Asheim aus Norwegen, Nina Šenk aus Slowenien, Tatjana Kozlova-Johannes aus Estland, Tomasz Skweres aus Österreich sowie gemeinsam Paulina Sundin aus Schweden und Monty Adkins (Großbritannien) mit einer Gemeinschaftskomposition. Wir gratulieren herzlich und wünschen ein spannendes Konzert!

Kathrin Denner und Charlotte Seither im DKV-Vorstand

Am 23. Mai 2019 fanden die DKV- und FEM-Mitgliederversammlung in München statt. Unser Leitungsteam-Mitglied Kathrin Denner wurde in den Vorstand des DKV gewählt. Mit ihr und Charlotte Seither sind nun aus unseren Reihen zwei Komponistinnen im Vorstand vertreten und tragen so zur bundesweiten Arbeit des Komponistenverbandes bei und zeigen als wichtige Komponistinnen mit ihrem Engagement Gesicht für die Sache der zeitgenössischen Musik.

Wir trauern um Georg Katzer

Georg Katzer war ein Unangepasster. Er gehörte zu den scharfen Beobachtern unserer Gesellschaft, mit der er sich künstlerisch immer wieder auseinandersetzte – zuletzt in seinem Auftragswerk „discorso“, in dem er „die verloren gehende Diskursivität“ thematisiert.

1978 wurde er zum Mitglied der Akademie der Künste in Ostberlin gewählt, wo er nicht nur eine Meisterklasse in Komposition unterrichtete, sondern 1980 auch das erste Studio für Elektroakustische Musik in der DDR gründete, dessen künstlerischer Leiter er bis 2005 war.

Zu seinen wichtigsten Werken zählen die oratorischen Szenen „Medea in Korinth“, die im Jahre 2000 auf ein Libretto von Christa und Gerhard Wolf entstanden sind. Im Fokus steht hier aber nicht die Kindsmörderin, sondern die Problematik der Geflüchteten mit ihren Schwierigkeiten in der fremden Gesellschaft. (Text auch hier: http://komponistenverband.de/2019/05/08/wir-trauern-um-georg-katzer/)

Georg Katzer ist am 7. Mai 2019 im Alter von 84 Jahren gestorben.

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Foto: Angelika Katzer

FEM-Ehrennadel für die Flötistin Carin Levine

Die renommierte Flötistin, Pädagogin und Initiatorin wichtiger Projekte der Neuen Musik, Carin Levine, ist die diesjährige Trägerin der Nadel der Fachgruppe E-Musik im Deutschen Komponistenverband, kurz auch als FEM-Nadel bezeichnet. Nach intensiver Diskussion mit weiteren hochkarätigen Nominierungen entschied sich die Jury, bestehend aus Meret Forster, Charlotte Seither und Alexander Strauch, für die seit Mitte der 70er Jahre in Deutschland wirkende und lebende US-amerikanische Künstlerin. Besonders hervorgehoben in der Jury-Entscheidung wurde das von ihr angeregte und oftmals speziell für sie komponierte Repertoire unzähliger Werke von Komponistinnen und Komponisten aller Spielarten der zeitgenössischen Musik unbenommen von deren Herkunft, Alter und Bekanntheit: dieses Spektrum reicht von Giacinto Scelsi über Brian Ferneyhough bis Karola Obermüller oder Benjamin Scheuer. Mit dem mehrbändigen Kompendium „Die Spieltechnik der Flöte“ katalogisierte sie beispielhaft den reichen Kanon der neuen Ausdrucksweisen des 20. und 21. Jahrhunderts ihres Instruments. Sie wirkt seit vielen Jahren als engagierte Pädagogin, ist immer für ihre jugendlichen und fertig ausgebildeten Schülerinnen und Schüler da. Carin Levine zeichnet sich in allen ihren Aktivitäten durch ein großes Brennen für die Sache der Musik aus und besticht erfrischend mit ihrer Offenheit und Zugewandheit gegenüber Mensch und Musik. Im Sinne des Anspruchs der FEM-Nadel ist sie somit generationsübergreifend Vorbild und Ansporn für die Musikwelt der Jetztzeit. Die Nadel wird aller Voraussicht nach am Freitag, den 18.10.2019, im Rahmen der Donaueschinger Musiktage im Rathaus Donaueschingen an Carin Levine überreicht werden.

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Foto © Stefan Forster

Solidarität mit Protestaktion der INM Berlin

“Wir solidarisieren uns mit dieser Protestaktion mit sozialer Note der Initiative Neue Musik Berlin / field notes gegen die Absicht der Stationsbetreiber gezielt mit “atonaler Musik” die schwächten unserer Gesellschaft aus der Öffentlichkeit zu verbannen und damit zugleich die zeitgenössische E-Musik als kulturell inkomensurabel einzusetzen, als diene sie nicht dem kritischen Kulturbewusstsein, sondern als Instrument des Schreckens und Vertreibens. Ihr Vorsitz der FEM – Fachgruppe E-Musik im Deutschen Komponistenverband Johannes K. Hildebrandt, Alexander Strauch & Ralf Hoyer”

Die Protestaktion findet morgen 19-21 Uhr, am/im U-Bahnhof Hermannstraße, 12051 Berlin, statt:
Atonale Musik für alle
Die S-Bahn Berlin plant im September ein Pilotprojekt zur Vertreibung von Obdachlosen am S-Bahnhof Hermannstraße durch die Beschallung der Eingangshalle mit Atonaler Musik.
Atonale Musik im Alltag? Finden wir wunderbar!
Daher bedanken wir uns herzlich bei der S-Bahn für diesen Impuls und laden direkt zur Auftaktveranstaltung am 24. August ab 19 Uhr am Eingang des S-Bahnhofs Hermannstraße ein. Dort wollen wir mit Essen und Getränken für alle zusammenkommen, um gemeinsam Atonale Musik zu hören oder gar zu spielen.
Am Freitagabend möchten wir Atonale Musik, die für die Befreiung von (tonalen) Hierarchien und die Gleichwertigkeit aller Klänge steht, als Metapher für gesellschaftliche Gleichberechtigung und Teilhabe verstehen und mit unseren musikalischen Dissonanzen gesellschaftlichen Missklängen entgegentreten.
Wir freuen uns über alle, die Essen für alle beisteuern oder musizieren möchten. Zur Vereinfachung der Koordination der Aktionen könnt Ihr Euch kurz vorher bei uns anmelden (marketing@inm-berlin.de).

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FEM-Ehrennadel 2018 an Younghi Pagh-Paan

Das Leitungsteam der Fachgruppe E-Musik (FEM) im Deutscher Komponistenverband – German Composers Association (DKV) freut sich bekanntgeben zu dürfen, dass die diesjährige Verleihung der FEM-Nadel an die Komponistin Younghi Pagh-Paan erfolgt. Die Jury, aus Carin Levine, Charlotte Seither und Alexander Strauch bestehend, ehrt sie damit sowohl als herausragende Künstlerin als auch als eine Persönlichkeit, die mit ihrem menschlichen, sozialen und kulturellen Einsatz vorbildlich zu nennen ist. Die Verleihung erfolgt im Rahmen der Donaueschinger Musiktage am Freitag, 19.10.18

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© Foto: Harald Rehling (2012)

Die Fachgruppe E-Musik (FEM) des DKV und der Landesverband Bayern des Deutschen Komponistenverbands (DKV) solidarisieren sich mit den streikenden Lehrbeauftragten der staatlichen bayerischen Musikhochschulen

PM FEM+LV Bayern des DKV zum Streik der Lehrbeauftragten an bayerischen Musikhochschulen

Ohne die vielen Lehrbeauftragten an den staatlichen Musikhochschulen in München, Nürnberg und Würzburg wäre deren reichhaltiges Bildungsangebot nicht aufrechtzuerhalten. Die Lehrbeauftragten sind ein tragender Pfeiler der akademischen Musikausbildung in Bayern. Wie ihre festangestellten Kolleginnen und Kollegen leisten sie vielfach die gleiche Arbeit. Dafür werden sie aber nur mit einem Bruchteil dessen honoriert, was das festangestellte Personal erhält. Wie dieses erteilen sie Einzelunterricht, geben Seminare und halten Vorlesungen in fast allen Abteilungen und Fächern. Besonders in den Fächern Musiktheorie, Gehörbildung und Komposition unterrichten auch viele Komponistinnen und Komponisten. Das machen sie zum Teil bereits seit Jahrzehnten und müssen dennoch jedes Semester um die Verlängerung ihres Lehrauftrags bangen, müssen sich im Gegensatz zu den festangestellten Kolleginnen und Kollegen selbst krankenversichern und selbst für ihre schmale Alterssicherung vorsorgen, ohne Honorarfortzahlung im Krankheitsfall.

Daher werden die Lehrbeauftragten ab 13. November 2017 für zwei Wochen in Streik treten.

Das sind ihre zentralen Anliegen:

  • Angemessene Honorierung – auch für Prüfungsaufgaben.
  • Möglichkeit einer Überschreitung der Obergrenze von 10,75 Std. im Lehrauftrag (z.B. mind. zwei Lehraufträge gleichzeitig an verschiedenen Institutionen).
  • Eine würdige Alterssicherung für die langgedienten, lebenslang unterfinanzierten Lehrbeauftragten.
  • Sicherheit und eine für den Lebensunterhalt genügende Wochenstundenzahl, um nicht in Existenznot zu geraten.
  • Vollwertiges und partnerschaftliches Mitgestaltungsrecht in den Gremien der Hochschule.
  • Freiheit, parallel an mehreren Hochschulen im Lehrauftrag unterrichten zu können.
  • Honorarfortzahlung im Krankheitsfall.

Diese Forderungen werden durch die Fachgruppe E-Musik (FEM) des DKV und den Landesverband Bayern des Deutschen Komponistenverbandes (DKV) unterstützt, da sie zur Verbesserung der beruflichen Situation der Lehrbeauftragten beitragen können. Es ist wichtig, dass diese bei der bayerischen Politik und in den zuständigen Staatsministerien Gehör finden und eine schon sehr lange anstehende positive Veränderung der jetzigen unbefriedigenden Situation stattfindet.

Dr. Ralf Weigand, Vorsitzender Landesverband Bayern des Deutschen Komponistenverbandes

Prof. Dr. Dorothea Hofmann, stv. Vorsitzende Landesverband Bayern des Deutschen Komponistenverbandes

Alexander Strauch, stv. Vorsitzender des Landesverband Bayern des Deutschen Komponistenverbandes & stv. Vorsitz Fachgruppe E-Musik des DKV

Johannes K. Hildebrandt, Vorsitzender der Fachgruppe E-Musik (FEM) des DKV

Prof. Dr. Enjott Schneider, Präsident des Deutschen Komponistenverbandes

FEM+LV Bayern

Kontakt: FEM: Fachgruppe E-Musik c/o Deutscher Komponistenverband e.V., Bayreuther Str. 37, 10787 Berlin, fem[at]femusik.de; Landesverband Bayern im Deutschen Komponistenverband e.V. c/o Dr. Ralf Weigand, Waldperlacher Str. 103, 81739 München

Verleihung der FEM-Nadel an die Konzertreihe „Unerhörte Musik“ Berlin am Freitag, dem 20.10.2017 in Donaueschingen

Zum dritten Mal verleiht die Fachgruppe E-Musik des Deutschen Komponistenverbandes e.V. die FEM-Nadel – Ehrennadel für besondere Verdienste um die zeitgenössische Musik.

Träger dieser Auszeichnung 2017 ist die

Konzertreihe „Unerhörte Musik“ im BKA-Theater Berlin

Die Reihe wurde 1989 auf Initiative von Rainer Rubbert und Martin Daske gegründet.

In zwangloser Atmosphäre findet an jedem Dienstagabend um 20.30 Uhr auf der Bühne der „Berliner Kabarett Anstalt“ im Szene-Stadtteil Berlin Kreuzberg ein Konzert mit zeitgenössischer Musik statt. Waren es zunächst vorwiegend Berliner Ensembles und Komponisten, die sich dort präsentieren konnten, so ist nun die “Unerhörten Musik” als einzige wöchentliche, dem Zeitgenössischen gewidmete Konzertreihe in Deutschland nicht nur fester Bestandteil des Berliner Musiklebens, sondern auch eine erste Adresse für das aktuelle Musikschaffen über die Grenzen der Stadt und Deutschlands hinaus.

Eine besondere Funktion erfüllte diese Konzertreihe auch in den Jahren nach dem Fall der Mauer als ein Ort, der nunmehr Protagonisten und Publikum aus der ehemals geteilten Stadt zusammen führte.

Mit der Konzertreihe „Unerhörte Musik“ ehrt die Fachgruppe E-Musik des DKV eine herausragende und bundesweit beispielgebende Initiative für die Sache der zeitgenössischen Musik.

Die Verleihung der FEM-Nadel findet während der Donaueschinger Musiktage, am 20.10.2017 um 17 Uhr im Rathaus statt. Die beiden Initiatoren der Konzertreihe, die Berliner Komponisten Rainer Rubbert und Martin Daske werden die Ehrung persönlich entgegen nehmen. Die Laudatio hält die FAZ-Musikredakteurin Eleonore Büning, die lange Jahre auch als Musikjournalistin für die Berliner taz unterwegs war und als eine Kennerin der Neuen Musik in Berlin gelten kann.

Um Anmeldung wird gebeten unter
begemann@komponistenverband.org
oder Tel. 030-84310580

im Deutschen Komponistenverband