Bundesverdienstkreuz für Prof. Lothar Voigtländer

Lothar Voigtländer, der Mitgründer unserer Fachgruppe E-Musik im Deutschen Komponistenverband und deren langjähriger Vorsitzender, 2012-2013 Präsident des DKV und seit vielen Jahren Mitglied des GEMA-Aufsichtsrates, erhielt am 10.02.2015 durch Kulturstaatssekretär Tim Renner im Namens des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Den Worten Renners können wir uns wärmstens bestätigend anschliessen: “Prof. Lothar Voigtländer hat sich insbesondere auf dem Gebiet der zeitgenössischen Komposition große Verdienste erworben. Sein Werk umfasst beeindruckende Orchester-, Orgel- und Chorwerke sowie Kammermusiken. Dieses künstlerische Schaffen wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen geehrt.”

Hier der Link zur offiziellen Pressemitteilung der Berliner Senatsverwaltung.

Protestbrief der FEM an Staatssekretär Tim Renner zur Einstellung der Berliner Konzertreihe “Unerhörte Musik”

Nach etlichen protestierenden Einzelmeldungen von Komponistinnen und Komponisten an den neuen Berliner Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten Tim Renner wegen der Mittelstreichung für die in Berlin und in ganz Deutschland bedeutende Konzertreihe “Unerhörte Musik” von Rainer Rubbert und Martin Daske meldet sich nun aus dem Deutschen Komponistenverband (DKV) dessen Fachgruppe E-Musik (FEM) zu Wort. Deren Vorsitzender Johannes K. Hildebrandt und seine beiden Stellvertreter Ralf Hoyer und Alexander Strauch sowie das Leitungsteammitglied Lothar Voigtländer erheben ihre Stimme im Namen der Mitglieder der FEM. Die FEM vertritt deutschlandweit genreübergreifend und generationsübergreifend im DKV Komponistinnen und Komponisten der Neuen Musik, der zeitgenössischen Musik, der ernsten Musik, der experimentellen sowie elektronischen Musik. Das Originalschreiben findet sich unter diesem Link.

Senatskanzlei
Herrn Tim Renner
Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten Brunnenstr. 188
10119 Berlin

18.6.2014

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Renner,

das Aussetzen der weiteren Unterstützung der Konzertreihe “Unerhörte Musik” im BKA ab 2015 durch den Senat hat in den letzten Wochen die zeitgenössische Musikszene Berlins tief beunruhigt. Über 25 Jahre war sie der Grundpfeiler für aufstrebende berlinische Komponistinnen- und Komponistengenerationen. Zudem brachte sie immer wieder Neuentdeckungen nach Berlin, die später zu wichtigen Protagonisten auf den internationalen Foren der Neuen Musik Berlins, Deutschlands und Europas wurden. Oder anders: Was sich hier in nuce entfaltete, gehört zum Vorzüglichsten, was Berlin an aktueller Musik aufbieten kann und dadurch eine Vorrangstellung innerhalb der Freien Szenen der Bundesrepublik behaupten darf, ein Markstein des breiten Kulturlebens der Bundeshauptstadt.

Die Fachgruppe E-Musik vertritt innerhalb des Deutschen Komponistenverbandes viele künstlerisch erfolgreiche und herausragende sowie junge Komponistinnen und Komponisten aus ganz Deutschland, besonders aber auch aus Berlin, die sich in großer Sorge in Sachen der Einstellung der Konzertreihe “Unerhörte Musik” an uns wandten. Im Namen speziell dieser am Anfang vielversprechender Karrieren stehender Kolleginnen und Kollegen, die damit den Ruf Berlins als Zentrum der zeitgenössischen Musik hätten garantieren können, sehen wir deren Existenzsorgen, die der Wegfall dieses Sprungbretts mit jährlich annähernd 40 Konzerten für diese bedeutet. Gerade angesichts der anstehenden nötigen Umstrukturierungen der Berliner Förderpolitik würde die Konzertreihe einen Ruhepol sein, in dessen Umfeld sich Künstlerinnen und Künstler mit der entsprechenden Unterstützung und Erfahrung der wohlverdienten Leiter erst entwickeln können. Zudem verunsichern noch weitere Kürzungen im Musiktheaterbereich die zeitgenössische Musikszene Berlins, was die Gesamtsituation noch schmerzhafter erscheinen lässt.

So appellieren, ja, fordern wir, dass Sie, Herr Staatssekretär, doch noch dafür sorgen, dass die “Unerhörte Musik” 2015 und darüber hinaus erfolgreich weitergeführt werden kann. Sie sichern damit ein wichtiges Element der internationalen Attraktivität, die Berlin im Bereich der Neuen Musik bisher für sich verbuchen kann. Notwendige und zeitgemäße Veränderungen sollten immer in einem kommunikativen Prozess mit den beteiligten Künstlern, Veranstaltern und Ensembles erfolgen, damit die Kreativität in der Stadt befördert und nicht beschädigt wird. Die FEM und der DKV stehen dafür gern zur Verfügung, wenn dies gewünscht wird. Bewahren Sie Augenmass! Setzen Sie ein Zeichen der Verantwortung für die “Unerhörte Musik” und damit für das Musikleben Berlins!

Mit freundlichen Grüßen

Johannes K. Hildebrandt, Vorsitzender der Fachgruppe E-Musik

Relaunch der FEM-Homepage

Nach den früheren Versionen unserer Homepage sind wir nun stolz, Euch die neue Seite vorzustellen. Geändert hat sich fast nichts, ausser dem Erscheinungsbild. Nach dem Blau-Orange der ersten Seite und dem Altrosa der Nachfolgefassung nun schwarz-weiße Klarheit, grössere Schiften und einfachere Übersichtlichkeit.

Die Verlinkungen der älteren Beiträge wird nicht mehr funktionieren, aber dafür sind die Wichtigsten mit umgezogen und schnell im News-Archiv rechts neben den aktuellen Texten wie diesem auffindbar. Oder man nutzt für eine Stichwortsuche in der Menüleiste rechts aussen die Suchfunktion.

Grundlage der Seite ist eine Blogsoftware. Weil wir unsere Seite aber als Homepage nutzen wollen, sind die Kommentarfunktionen ausgeschaltet. Wer uns folgen will und mitdiskutieren möchte, drückt einfach auf den blauen Facebook-Button rechts über den aktuellen News und ist pfeilschnell auf unserer dortigen Präsenz dabei.

Bis bald hier oder dort, oder noch besser live oder gar als Mitglied,

Euer Fachgruppe E-Musik-Redaktionsteam

Neues Leitungsteam der Fachgruppe E-Musik

Neues Leitungsteam der Fachgruppe E-Musik im Zuge der Mitgliederversammlung 2014

Zum Vorsitzenden wurde Johannes K. Hildebrandt gewählt, seine neuen Stellvertreter sind Ralf Hoyer und Alexander Strauch.

Prof. Martin Christoph Redel konnte für den Austausch mit den Musikhochschulen neu hinzugewonnen werden, Christian Diemer vertritt uns als stv. Delegierter des DKV für den EFC bei der European Composers Alliance. Der Initiator und Mitbegründer der FEM Lothar Voigtländer sowie Mario Wiegand sind ebenfalls wieder Mitglieder des Teams. Herzlichen Glückwunsch für die nächsten drei Jahre voll Engagement in Sachen der neuen, ernsten, zeitgenössischen, experimentellen, elektronischen und anderen extravaganten Musik!

Den bisherigen Mitgliedern Prof. Peter Manfred Wolf, Prof. Helmut W. Erdmann, Peter Helmut Lang und Eva Sindichakis sei für ihre Mitarbeit und wegweisenden Beiträge auf diesem Wege öffentlich gedankt. Alles Gute für Euer/Ihr weiteres Engagement sowie Euren künstlerischen wie persönlichen Lebensweg. Wir hoffen, Ihr/Sie steht/stehen uns weiter mit Rat und Tat zur Seite.

Neben dem Fonds Neue Musik, seit Beginn der neuen Legislaturperiode des Bundestages nun auch Bestandteil des Koalitionsvertrages ist, steht ein enger Austausch mit den anderen Sparten des DKV und der GEMA auf der Agenda, damit das seit einiger Zeit wieder wachsende kulturpolitische Engagement der “ernsten Musik” in diesen Gremien erhalten bleibt und mit den anderen Sparten unsere und deren Anliegen nachhaltig gemeinsam verankert werden.

18. Rundbrief

Hier der 18. Rundbrief der Fachgruppe E-Musik des Deutschen Komponistenverbandes.

Einziges Thema ist die Tagesordnung der Mitgliederversammlung der FEM am 07.04.2014 um 9 Uhr in der evangelischen Philipp-Melanchthon-Gemeinde zu Berlin, Kranoldstr. 16, 12051 Berlin, Eingang über Hertastr. 15, vier Minuten von der S/U-Station Hermannstraße entfernt, von der man bequem per ÖPNV in 10 Minuten den Tagungsort der DKV-Jahresversammlung im Hotel Estrel, S/U-Sonnenstraße erreichen kann. Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen, eine kurze Info über die Teilnahme unter  fem[at]komponistenverband.org wäre wünschenswert!

Rundbrief 17

Liebe Interessierte,

der 17. Rundbrief der Fachgruppe E-Musik des Deutschen Komponistenverbandes ist nun online. Die Themen sind u.a.:

– Offener Brief des DKV-Präsidenten zur SWR-Orchesterfusion
– Pressemeldung von FEM und DKV zu Kulturpolitik-Plänen der CDU/CSU/SPD-Koalition – Fonds Neue Musik
, Bericht des neuen stv. ECF-Delegierten Christian Diemer – Aktuelles aus Europa
– Termine

Bessere Zeiten für Komponisten – erste Reaktionen aus dem Deutschen Komponistenverband und seinen Fachgruppen auf den Koalitionsvertrag der sich konstituierenden neuen Bundesregierung

Pressemitteilung der FEM und des Deutschen Komponistenverbandes

Bessere Zeiten für Komponisten – erste Reaktionen aus dem Deutschen Komponistenverband und seinen Fachgruppen auf den Koalitionsvertrag der sich konstituierenden neuen Bundesregierung

Der Deutsche Komponistenverband (DKV) und seine Fachgruppe E-Musik (FEM) sind seiJahren in Kontakt mit den zentralen Stellen des Bundes in Sachen Kultur zur Einrichtung eines Fonds Neue Musik und haben maßgeblichen Anteil als Impulsgeber für diese wichtige kulturpolitische Initiative. Während andere Modelle sich vor allem auf die Aufführungsförderung konzentrieren, streben DKV und FEM daneben vor allem verbesserte Bedingungen für die schöpferische Entstehung von Werken an, ohne die eine Aufführung nicht möglich ist. Um so mehr erfreut das im aktuell veröffentlichten Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD festgeschriebene Ziel, endlich einen Fonds Zeitgenössische Musik einzurichten.

Höchste Aufmerksamkeit im Sinne aller im DKV vertretenen komponierenden Sparten – neben der E-Musik und dem Jazz z.B. auch die Filmmusik mit ihrer Fachgruppe DEFKOM sowie die Song- und Werbemusikkomponisten – verdienen die angekündigten Bemühungen zur Verbesserung der vertraglichen Position von Urhebern, zur Aufwertung der kollektiven Rechtewahrnehmung durch Verwertungsgesellschaften, zur Regelung von Rechtsverletzungen durch so genannte Hostprovider und zu Steuererleichterungen für künstlerische Berufe. Vielversprechend ist auch die Absichtserklärung, das Betriebsprüfrecht der Künstlersozialkasse im Sinne aller freiberuflichen Künstler zu stärken.

Berlin, 29.11.2013

Offener Brief des Komponistenverbands gegen die SWR-Orchesterfusion

Der DKV mit seinen mehr als 1200 Komponistinnen und Komponisten meldet sich nun zu Wort: neben den E- Komponisten auch die Sparten der Filmmusik, des Pop und der Werbemusik. Nach den offenen Briefen der dem SWR- Sinfonieorchester Baden-Baden/Freiburg verbundenen Dirigenten und Komponisten nun die geballte Stimme, nochmals etwas ruhiger im Ton, des Komponistenverbandes!

Prof. Dr. Enjott Schneider (Präsident) & Dr. Ralf Weigand (Vizepräsident), Deutscher Komponistenverband e.V. Kadettenweg 80b, 12205 Berlin

An

Herrn Dr. Harald Augter, Vorsitzender des Rundfunkrates des SWR sowie an die Mitglieder des Rundfunkrats in namentlichem Anschreiben

ferner zur Kenntnisnahme an Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Staatsministerium Baden-Württemberg sowie an den Intendanten des Südwestrundfunks, Herrn Peter Boudgoust

28. November 2013 – OFFENER BRIEF

Sehr geehrter Herr Dr. Augter, sehr geehrte Mitglieder des Rundfunkrates,

der Deutsche Komponistenverband DKV, der über 1100 Musikautoren in Deutschland vertritt, ist in der Sache der „Orchesterzusammenlegung SWR“ besorgt und zutiefst irritiert: aus unserer Sicht werden bürgerschaftliches Engagement wie das Modell einer Orchesterstiftung (nach dem bewährten Modus etwa der Berliner Philharmoniker oder der Bamberger Symphoniker) und der massive Protest von Kulturschaffenden (u.a. namhafte Dirigenten und Komponisten in ZEIT und FAZ) ohne erkennbares Eingehen auf die schwerwiegenden Argumente abgewiesen und mit Worthülsen und formalisierten Hinweisen seitens der SWR-Intendanz abgespeist. Es geht hier um eine kulturelle Weichenstellung ohnegleichen, – nämlich um den Erhalt von qualitativem Denken gegenüber dem quantitativen Zeitgeist (Kostenaspekte als ausschließliches Kriterium, Quotendenken, Kommerzialisierung von Kultur).

Wir bitten daher den Rundfunkrat, in seiner kommenden Sitzung am 6. Dezember 2013, den Beschluss einer Orchesterzusammenlegung vom Vorjahr nochmals im Grundsatz zu überdenken, die inzwischen vielfach und kompetent geäußerten Argumente ergebnisoffen zu prüfen und dann den Beschluss zu modifizieren oder zurückzunehmen. Der Rundfunkrat vertritt ja satzungsmäßig die Interessen der Allgemeinheit und ist gerade in dieser Konfliktsituation aufs Deutlichste gefordert. Das öffentlich-rechtliche System des Rundfunks könnte hier zeigen, dass es auf direkte Demokratie und Bürgerwillen zu reagieren vermag: es kann nicht sein, dass Einzelpersonen – und seien es auch Intendanten – ohne jegliche Berücksichtigung einer vielfach mit besten Argumenten hinterlegten öffentlichen Meinung so maßgeblich unsere kulturelle Zukunft definieren können.

Erlauben Sie, dass wir thesenartig einige uns zentral erscheinende Aspekte zusammenfassen:

1) Der ökonomische Druck (Sparzwang), auf den sich die Verantwortlichen im SWR immer wieder berufen, existiert in dieser Form nicht. Nach der Neugestaltung der Gebührenabgabe sind die Zuweisungen der KEF eher erhöht. Das wurde an anderer Stelle von Experten detailliert abgeleitet. Erforderlich wäre der Mut, als kultureller Visionär nicht „Millionen Sportbegeisterte“ mit völlig aus der Proportion gelaufenen Millionenbeträgen zu subventionieren, sondern qualitative und sensible Kultur (die noch nie ein Massenprodukt war) zu unterstützen. Sportveranstaltungen würden auch von Pay-TV (siehe SKY) getragen und weiterleben. Hochwertige Kulturveranstaltungen sind von der Obhut des öffentlich-rechtlichen Kulturauftrags abhängig.

2) Kulturelle Grundversorgung muss flächendeckend sein. Durch die geplante Orchesterzusammenlegung mit Standort Stuttgart bleibt der badische Teil des Landes extrem unterversorgt. Ein Beispiel: Aus bislang 120-180 Tagen Orchesteranwesenheit im Freiburger Raum wird eine Reduktion auf nur noch 30 Tage…“zunächst allerdings noch weniger“. Im Vergleich zu Nachbarländern wie z.B. Bayern (wo es allein in München 5 international hochwertige Orchester gibt, und im Umkreis von wenigen Kilometern in Nürnberg, Augsburg, Regensburg dann weitere sinfonische Klangkörper) muss für den Westen Baden-Württembergs eine klare Unterversorgung konstatiert werden.

3) Kulturelle Vielfalt ist ein im Urheberwahrnehmungsgesetz niedergelegtes Grundrecht. Mit der Reduktion von zwei profilierten historisch gewachsenen Orchestern auf ein neues synthetisch generiertes Allround-Orchester geht kulturelle Vielfalt verloren. Speziell das Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg gilt weltweit (siehe Donaueschinger Musiktage u.a.) als international renommiertester Klangkörper für zeitgenössische Musik, – ein Profil, das nunmehr eingehen wird. Gerade eben (Badische Zeitung vom 4.11.2013) wurde im Rahmen eines Freiburger Symposiums (Ltg.: Prof. Günther Schnitzler) unter dem Schirm der Weltkulturorganisation UNESCO das weltweit einzigartige Profil „für Neue Musik“ dieses Orchesters symbolisch als Weltkulturerbe dargestellt.

4) Wer nur aus vermeintlichen Kosten- und Effizienzgründen ein so renommiertes Orchester schließt, scheint aus unserer Sicht die Singularität und einzigartige Bedeutung eines „Sinfonieorchesters“ nicht ausreichend begriffen zu haben. Von allen anderen Musikrichtungen neidlos anerkannt, ist sinfonische Musik die höchste Form des Musizierens: Hundert Musiker synchronisieren sich millisekundengenau im Bereich von Nanoschwingungen und erzeugen bereits dadurch ein Klima der feinstofflichen Verdichtung, das seinesgleichen sucht. Es gibt – zusammen mit dem Phänomen Oper – keine Musikform, die solche Komplexität gepaart mit unmittelbarer Emotionalität aufweist: weltweit wird sinfonisches Repertoire musikgeschichtlich als Höhepunkt musikalischer Leistung angesehen. International erfährt man auf jeder Reise, welche kulturelle Wertschätzung Deutschland und seine Musik im Ausland genießt: in Asien und Südamerika beispielsweise boomt der Run auf deutsche Musikkultur; man baut riesige Konzertsäle und Philharmonien (worin jedes Konzert auch mit Jugendlichen übervoll ist); da reißt man uns die Informationen, Konzerte, Noten, CDs sozusagen aus den Händen! Es ist die Kultur einer Musik von Bach-Händel- Beethoven-Mozart-Haydn-Schumann- Brahms-Bruckner-Mahler-Wagner…bis hin zu Karlheinz Stockhausen, Hans-Werner Henze und Wolfgang Rihm, um die man uns beneidet… Und wie gesagt, – unser „Tafelsilber“ sind die großen Klangapparate und Orchester.

5) Ein Rundfunkrat muss nicht nur aktuell Aufsicht führen und Kosten kontrollieren, sondern strategisch in die Zukunft denken. Diese sieht für das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem nicht rosig aus (was wir als Aufsichtsrat und Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA aus internationalen Quellen bestens wissen): Internet als Lieferant von Audio und Video boomt ohne Ende. Täglich wachsen Streamingdienste aus dem Boden. In manchen Altersklassen nutzen Jugendliche schon zu 60% nichtlinearen Kulturkonsum aus den internationalen Mediatheken. Google-TV, Apple-TV und vergleichbare Angebote der Datenkonzerne (von Simfy, Spotify bis Deezer oder Pandora wären mehr als 20 Anbieter jetzt schon zu nennen) ersetzen die traditionellen Angebote unserer Rundfunkanstalten. Kurzum: Der öffentlich- rechtliche Rundfunk muss mit all diesen kommerziellen „Abspielplattformen“ von Audio und Video konkurrieren und sich in schwierigen Zeiten einer kulturellen wie finanziellen Abwärtsspirale mit klaren Alleinstellungsmerkmalen abgrenzen und damit behaupten. Da könnte es für den Erhalt des Rundfunks hier überlebensnotwendig sein, auf die nachhaltige kulturelle Funktion hinzuweisen. Hinzuweisen, dass man – was alle Datenkonzerne/Abspielplattformen nicht tun! – eigene teure Klangkörper unterhält, dass man musikalische Eigenproduktionen herstellt, die sinfonische Tradition in die Zukunft trägt. Sportrechte kaufen oder industrielle Bild/Ton-Träger abspielen kann jeder…. das förderungswürdige Alleinstellungsmerkmal der Zukunft der Rundfunkanstalten wird die weiterhin umsichtige und verantwortungsvolle Erfüllung ihres kulturellen Auftrags sein.

Diesen Kulturauftrag bitten wir nicht zu vergessen und fordern daher nochmals dringlichst, den eingeschlagenen Weg einer Reduktion der Orchesterlandschaft zu verlassen und – im eigenen Interesse des Erhalts eines im Bewusstsein der Öffentlichkeit als wichtiger Baustein kulturellen Lebens verankerten öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Zukunft – nochmals alles neu zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Im Namen des gesamten Deutschen Komponistenverbandes und seines Präsidiums Prof. Dr. Enjott Schneider und Dr. Ralf Weigand (Präsident und Vizepräsident)

im Deutschen Komponistenverband