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Erstmalige Verleihung der FEM-Nadel an Gerhart Baum am 16.10.2015 in Donaueschingen

Vor der eigentlichen Pressemeldung wollen wir kurz auf die Errichtung dieser neuen Ehrung durch unsere Fachgruppe E-Musik im DKV eingehen. Vor einigen Jahren entbrannte im DKV die Diskussion, wie man generell mit Auszeichnungen im Verband verfahren sollte. Neben den bisherigen, weiter existierenden Medaillen und Ehrenmitgliedschaften des DKV etablierten sich gerade durch die neuen Fachgruppen einerseits genrespezifischere Preise und Ehrungen. Andererseits haben sie auch Strahlkraft für den Gesamtverband. 

Auszuzeichnende sollen nacheifernswerte Vorbilder für alle Generationen sein, sollten sich kulturell, kulturpolitisch, ja, nur politisch oder solidarisch oder künstlerisch um das heutige Musik- und Gesellschaftsleben verdient gemacht haben. So versuchen wir nun mit unserer FEM-Nadel, finanziell undotiert, aber eben hoffentlich ermunternd, anregend im Körper der Bundesrepublik wortwörtlich stichelnd, wie die berühmte Neue-Musik-Filzlaus es nach Helmut Lachenmann im Pelz der saturierten Kuh der Bürgerlichkeit sollte, dies einfach und klar umzusetzen: "Die FEM-Nadel ehrt Persönlichkeiten, die sich vorbildlich um die Sache der zeitgenössischen Musik verdient gemacht haben. Damit will die FEM zum kulturpolitischen, sozialen wie künstlerischen Engagement inspirieren, wie es die mit der Nadel Geehrten an den Tag legen." 

Die erste Verleihung findet im Rahmen der Donaueschinger Musiktage am Freitag, den 16.10.2015, um 17 Uhr im Rathaussaal Donaueschingen statt. Ralf Hoyer wird die Laudatio halten. Für die Ermöglichung dessen wollen wir uns ganz herzlich bei den Musiktagen und dem Rathaus in Donaueschingen bedanken!
Das FEM-Leitungsteam

FEM – Fachgruppe E-Musik im Deutschen Komponistenverband e.V.

Pressemitteilung, 21.09.2015: Verleihung der FEM-Nadel an Gerhart Baum am 16.10.2015 in Donaueschingen

Erstmals verleiht die Fachgruppe E-Musik im Deutschen Komponistenverband e.V. eine Ehrennadel für Verdienste um die zeitgenössische Musik. Träger dieser Auszeichnung 2015 ist

Gerhart Baum.

Das anhaltende Engagement von Gerhart Baum für Demokratie und Bürgerrechte im digitalen Zeitalter ist bekannt. Doch auch sein Einsatz für den Erhalt der kulturellen Rahmenbedingungen in Deutschland ist vielfältig und außergewöhnlich. Wenngleich bereits während seiner Amtszeit als Bundesinnenminister 1978-82 die Kultur zu seinen Aufgaben gehörte, so äußert sich Gerhart Baum bis zum heutigen Tage zu den unterschiedlichsten Themen, wie z.B. zur Debatte um den Verkauf von Kunstwerken aus öffentlichen Museumsbeständen, zur kulturellen Bildung oder zum Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Über sein Verhältnis zu den zeitgenössischen Künsten schreibt Gerhart Baum in seinem Buch „Meine Wut ist jung“:

„Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass Künstler eine besondere Sensibilität haben für Entwicklungen in der Gesellschaft. Gerade was die Zukunft betrifft. Sie öffnen einem das Auge für Dinge, die man mit rationalem Verstand nicht so ohne weiteres sieht. Sie sind Seismografen gesellschaftlicher Entwicklungen, die auch für mein Leben unverzichtbar sind.“

Insbesondere für die Neue Musik hat sich Gerhart Baum immer wieder erfolgreich eingesetzt, sei es in einer Initiative gegen die Austrocknung der Donaueschinger Musiktage oder mit seinen Protesten gegen die SWR-Orchester-Fusion. Die Vergabe von Kompositionsaufträgen gehört für ihn ebenso zur Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wie deren Realisierung und die Berichterstattung über aktuelle künstlerische Entwicklungen.

Mit Gerhart Baum ehrt die Fachgruppe E-Musik des DKV einen engagierten Streiter für die Sache der zeitgenössischen Musik im Ensemble der Künste.

Die Verleihung der FEM-Nadel 2015 findet während der Donaueschinger Musiktage, am 16.10.2015 um 17 Uhr, im Rathaus Donaueschingen statt. Die Laudatio hält der Berliner/Brandenburger Komponist Ralf Hoyer.

Die FEM-Nadel ehrt Persönlichkeiten, die sich vorbildlich um die Sache der zeitgenössischen Musik verdient gemacht haben. Damit will die FEM zum kulturpolitischen, sozialen wie künstlerischen Engagement inspirieren, wie es die mit der Nadel Geehrten an den Tag legen. Eine unabhängige Jury soll in Zukunft diese undotierte Auszeichnung der Fachgruppe E-Musik jährlich vergeben.

Um Anmeldung wird gebeten.

Deutscher Komponistenverband
Fachgruppe E-Musik
Bayreuther Str. 37
10787 Berlin

Tel.: 030/84 31 05 80 begemann@komponistenverband.org

Honorarrichtlinie E-Musik

Honorarrichtlinie des Deutschen Komponistenverbandes für Kompositionsaufträge „E-Musik“

Die aufgeführten Honorare sind Mindestvergütungen, die durch individuelle Vertragsgestaltung nach oben offen sind.

Honorare für Werke mit einer Spieldauer von ungefähr 10 Minuten

Kategorie                Minimalhon. (€)   Minutenhon. (€)   Stundensatz (€)

A 1-2 Stimmen     1000-1500             100-150                    20

B 3-9 Stimmen     1500-2500             150-250                    20
auch Chor a cappella und elektroakustische Kompositionen

C 10-19 St.             2000-3000             200-300                    20
auch Kammeropern mit Gesangssolisten und bis zu 17 Instrumentalisten

D 20-mehr              3500-5000             350-500                   20
(Oper, Sinfonik, Oratorium)

Bei längeren Aufführungsdauern sind die Honorare individuell zu vereinbaren.

Zusätzlich zum Vertrag zu vereinbarende Leistungen:

1. Herstellung des Aufführungsmaterials
2. Elektroakustische Zuspielbänder, die vom Komponisten gestellt werden: siehe Bandübernahmevertrag des Deutschen Komponistenverbandes
3. Mitwirkung als Interpret bei Aufführungen
4. Reise- und Hotelkosten zu Proben und Aufführungen, Aufenthaltspauschale pro Tag
5. Klärung aller rechtlichen Fragen eines Mitschnitts (GEMA- Lizenzierung von CD und Video)

Nachtrag:
Die Auffassung, man müsse bei der Bemessung der Einkünfte von E-Komponisten auch deren GEMA – Tantiemen berücksichtigen, ist juristisch abwegig, weil das Honorar den Zeit-, Arbeits- und Materialaufwand für die Schaffung des Werkes abgilt, die GEMA – Einnahmen aber erst aus der späteren Verwertung des Werkes fließen.

Honorarrichtlinie veröffentlicht in der Verbandszeitschrift des Deutschen Komponistenverbandes INFORMATIONEN 2/2004