Kurzes Statement der FEM zur beschlossenen SWR-Orchesterfusion

Mit grosser Sorge verfolgen wir die aktuell beschlossene Fusion der beiden SWR-Orchester und hoffen, dass die beiden hochprofilierten Klangkörper doch in ihrer jetziger Form erhalten werden können. So wären z.B. die Musiktage in ihrer heutigen Form ohne das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg undenkbar. Viele Mitglieder der FEM haben inzwischen persönlich z.B. bei den Orchesterrettern die Petition unterzeichnet, prominente Komponisten wie Wolfgang Rihm und Helmut Lachenmann haben auf Konzertpodien und in Medien gegen diesen unhaltbaren Vorgang protestiert. Dem ist nichts weiter hinzuzufügen, da sie es auf den Punkt brachten! Lachenmann: die Fusion sein eine „gespenstische Drohung“, deren Durchsetzung „irreparablen Schaden“ anrichten wird. Wir appellieren an alle politischen und gesellschaftlichen Organe, den SWR von seinem Rundfunkratsbeschluss abzubringen.

Honorarrichtlinie E-Musik

Honorarrichtlinie des Deutschen Komponistenverbandes für Kompositionsaufträge „E-Musik“

Die aufgeführten Honorare sind Mindestvergütungen, die durch individuelle Vertragsgestaltung nach oben offen sind.

Honorare für Werke mit einer Spieldauer von ungefähr 10 Minuten

Kategorie                Minimalhon. (€)   Minutenhon. (€)   Stundensatz (€)

A 1-2 Stimmen     1000-1500             100-150                    20

B 3-9 Stimmen     1500-2500             150-250                    20
auch Chor a cappella und elektroakustische Kompositionen

C 10-19 St.             2000-3000             200-300                    20
auch Kammeropern mit Gesangssolisten und bis zu 17 Instrumentalisten

D 20-mehr              3500-5000             350-500                   20
(Oper, Sinfonik, Oratorium)

Bei längeren Aufführungsdauern sind die Honorare individuell zu vereinbaren.

Zusätzlich zum Vertrag zu vereinbarende Leistungen:

1. Herstellung des Aufführungsmaterials
2. Elektroakustische Zuspielbänder, die vom Komponisten gestellt werden: siehe Bandübernahmevertrag des Deutschen Komponistenverbandes
3. Mitwirkung als Interpret bei Aufführungen
4. Reise- und Hotelkosten zu Proben und Aufführungen, Aufenthaltspauschale pro Tag
5. Klärung aller rechtlichen Fragen eines Mitschnitts (GEMA- Lizenzierung von CD und Video)

Nachtrag:
Die Auffassung, man müsse bei der Bemessung der Einkünfte von E-Komponisten auch deren GEMA – Tantiemen berücksichtigen, ist juristisch abwegig, weil das Honorar den Zeit-, Arbeits- und Materialaufwand für die Schaffung des Werkes abgilt, die GEMA – Einnahmen aber erst aus der späteren Verwertung des Werkes fließen.

Honorarrichtlinie veröffentlicht in der Verbandszeitschrift des Deutschen Komponistenverbandes INFORMATIONEN 2/2004

im Deutschen Komponistenverband