Pressemitteilung – FEM+ wirft GEMA irreführende Simulationen vor: „Realität systematisch beschönigt“

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PRESSEMITTEILUNG

FEM+ wirft GEMA irreführende Einkommenssimulationen vor: „Verlustrealität systematisch beschönigt“

Berlin, 18.04.2026 – Die von der GEMA veröffentlichten Simulationen, die die Einkommensverluste im Zuge der geplanten E-Musik-Reform aufzeigen, stehen massiv in der Kritik. Nach Einschätzung von FEM+ sind die vorgelegten Zahlen weder geeignet noch hinreichend, um Umfang und Eingriffstiefe der Reform zu legitimieren.

Die Simulationen sind lückenhaft und methodisch so angelegt, dass sie die finanziellen Auswirkungen für die Betroffenen systematisch beschönigen“, erklärt FEM+. Tatsächlich erfasse die Auswertung nur die Belange von rund 13 % der Betroffenen. Für 87 % – und damit die Gruppe der maßgeblichen Reformverlierer – ist keine Einschätzung möglich. Die gewählte Darstellungsform hat also nur eingeschränkt Aussagekraft und verzerrt die Realität. 

Die Auswirkungen der Reform für die Sparte E sind gravierend: Für einen Großteil der Berechtigten drohen massive Einkommensverluste. „Die real zu erwartenden Einbußen liegen in vielen Fällen bei 60 % und mehr, in zentralen Bereichen bei 70 % – deutlich über den von der GEMA kommunizierten Werten“, so FEM+.

Besonders schwer wiegt nach Einschätzung von FEM+ die strukturelle Wirkung der Reform: Für große Teile der Sparte E kommt es de facto zu einer Kürzung der Fördermittel um bis zu zwei Drittel. Ursache ist die Kombination aus harter Direktverteilung, eingeschränktem Zugang zur Allgemeinen Förderung und der Reduktion der bisherigen Wertungsanteile auf einen deutlich kleineren Zuschlag.

Besonders betroffen ist der künstlerische Mittelstand. „Hier geht es nicht um marginale Anpassungen, sondern um existenzielle Einschnitte. Perspektiven brechen weg, Planungssicherheit geht verloren, Mitwirkungsrechte an den demokratischen Prozessen der GEMA werden faktisch ausgehöhlt.“

FEM+ sieht darüber hinaus grundlegende Mängel in der selektiven Darstellung: Zentrale Einkommensbereiche – insbesondere von Mitgliedern im Einkommensbereich zwischen 1.000 und 10.000 Euro – fehlen in den Simulationen ganz, obwohl sich gerade hier die größte Gruppe der betroffenen Mitglieder befindet. 

Wer 87 % der Betroffenen gar nicht abbildet, hat keine belastbaren Aussagen über die Auswirkungen einer Systemreform getroffen“. 

Zusätzlich kritisiert FEM+ die geplanten Änderungen in den Förderstrukturen und Gremien. Die vorgesehene Förderkommission weicht in ihrer Geschäftsordnung von bisherigen GEMA-Grundsätzen ab und untergräbt bewährte Mechanismen der Legitimation und Kontrolle.

FEM+ fordert daher eine sofortige Aussetzung der Reform und eine vollständige, transparente Neubewertung der Datengrundlage.

Auf Basis dieser Simulationen darf keine Entscheidung getroffen werden. Alles andere wäre fahrlässig gegenüber den Mitgliedern.“

PDF ist hier verfügbar: Link