Rundbrief 17

Liebe Interessierte,

der 17. Rundbrief der Fachgruppe E-Musik des Deutschen Komponistenverbandes ist nun online. Die Themen sind u.a.:

– Offener Brief des DKV-Präsidenten zur SWR-Orchesterfusion
– Pressemeldung von FEM und DKV zu Kulturpolitik-Plänen der CDU/CSU/SPD-Koalition – Fonds Neue Musik
, Bericht des neuen stv. ECF-Delegierten Christian Diemer – Aktuelles aus Europa
– Termine

Bessere Zeiten für Komponisten – erste Reaktionen aus dem Deutschen Komponistenverband und seinen Fachgruppen auf den Koalitionsvertrag der sich konstituierenden neuen Bundesregierung

Pressemitteilung der FEM und des Deutschen Komponistenverbandes

Bessere Zeiten für Komponisten – erste Reaktionen aus dem Deutschen Komponistenverband und seinen Fachgruppen auf den Koalitionsvertrag der sich konstituierenden neuen Bundesregierung

Der Deutsche Komponistenverband (DKV) und seine Fachgruppe E-Musik (FEM) sind seiJahren in Kontakt mit den zentralen Stellen des Bundes in Sachen Kultur zur Einrichtung eines Fonds Neue Musik und haben maßgeblichen Anteil als Impulsgeber für diese wichtige kulturpolitische Initiative. Während andere Modelle sich vor allem auf die Aufführungsförderung konzentrieren, streben DKV und FEM daneben vor allem verbesserte Bedingungen für die schöpferische Entstehung von Werken an, ohne die eine Aufführung nicht möglich ist. Um so mehr erfreut das im aktuell veröffentlichten Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD festgeschriebene Ziel, endlich einen Fonds Zeitgenössische Musik einzurichten.

Höchste Aufmerksamkeit im Sinne aller im DKV vertretenen komponierenden Sparten – neben der E-Musik und dem Jazz z.B. auch die Filmmusik mit ihrer Fachgruppe DEFKOM sowie die Song- und Werbemusikkomponisten – verdienen die angekündigten Bemühungen zur Verbesserung der vertraglichen Position von Urhebern, zur Aufwertung der kollektiven Rechtewahrnehmung durch Verwertungsgesellschaften, zur Regelung von Rechtsverletzungen durch so genannte Hostprovider und zu Steuererleichterungen für künstlerische Berufe. Vielversprechend ist auch die Absichtserklärung, das Betriebsprüfrecht der Künstlersozialkasse im Sinne aller freiberuflichen Künstler zu stärken.

Berlin, 29.11.2013

Offener Brief des Komponistenverbands gegen die SWR-Orchesterfusion

Der DKV mit seinen mehr als 1200 Komponistinnen und Komponisten meldet sich nun zu Wort: neben den E- Komponisten auch die Sparten der Filmmusik, des Pop und der Werbemusik. Nach den offenen Briefen der dem SWR- Sinfonieorchester Baden-Baden/Freiburg verbundenen Dirigenten und Komponisten nun die geballte Stimme, nochmals etwas ruhiger im Ton, des Komponistenverbandes!

Prof. Dr. Enjott Schneider (Präsident) & Dr. Ralf Weigand (Vizepräsident), Deutscher Komponistenverband e.V. Kadettenweg 80b, 12205 Berlin

An

Herrn Dr. Harald Augter, Vorsitzender des Rundfunkrates des SWR sowie an die Mitglieder des Rundfunkrats in namentlichem Anschreiben

ferner zur Kenntnisnahme an Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Staatsministerium Baden-Württemberg sowie an den Intendanten des Südwestrundfunks, Herrn Peter Boudgoust

28. November 2013 – OFFENER BRIEF

Sehr geehrter Herr Dr. Augter, sehr geehrte Mitglieder des Rundfunkrates,

der Deutsche Komponistenverband DKV, der über 1100 Musikautoren in Deutschland vertritt, ist in der Sache der „Orchesterzusammenlegung SWR“ besorgt und zutiefst irritiert: aus unserer Sicht werden bürgerschaftliches Engagement wie das Modell einer Orchesterstiftung (nach dem bewährten Modus etwa der Berliner Philharmoniker oder der Bamberger Symphoniker) und der massive Protest von Kulturschaffenden (u.a. namhafte Dirigenten und Komponisten in ZEIT und FAZ) ohne erkennbares Eingehen auf die schwerwiegenden Argumente abgewiesen und mit Worthülsen und formalisierten Hinweisen seitens der SWR-Intendanz abgespeist. Es geht hier um eine kulturelle Weichenstellung ohnegleichen, – nämlich um den Erhalt von qualitativem Denken gegenüber dem quantitativen Zeitgeist (Kostenaspekte als ausschließliches Kriterium, Quotendenken, Kommerzialisierung von Kultur).

Wir bitten daher den Rundfunkrat, in seiner kommenden Sitzung am 6. Dezember 2013, den Beschluss einer Orchesterzusammenlegung vom Vorjahr nochmals im Grundsatz zu überdenken, die inzwischen vielfach und kompetent geäußerten Argumente ergebnisoffen zu prüfen und dann den Beschluss zu modifizieren oder zurückzunehmen. Der Rundfunkrat vertritt ja satzungsmäßig die Interessen der Allgemeinheit und ist gerade in dieser Konfliktsituation aufs Deutlichste gefordert. Das öffentlich-rechtliche System des Rundfunks könnte hier zeigen, dass es auf direkte Demokratie und Bürgerwillen zu reagieren vermag: es kann nicht sein, dass Einzelpersonen – und seien es auch Intendanten – ohne jegliche Berücksichtigung einer vielfach mit besten Argumenten hinterlegten öffentlichen Meinung so maßgeblich unsere kulturelle Zukunft definieren können.

Erlauben Sie, dass wir thesenartig einige uns zentral erscheinende Aspekte zusammenfassen:

1) Der ökonomische Druck (Sparzwang), auf den sich die Verantwortlichen im SWR immer wieder berufen, existiert in dieser Form nicht. Nach der Neugestaltung der Gebührenabgabe sind die Zuweisungen der KEF eher erhöht. Das wurde an anderer Stelle von Experten detailliert abgeleitet. Erforderlich wäre der Mut, als kultureller Visionär nicht „Millionen Sportbegeisterte“ mit völlig aus der Proportion gelaufenen Millionenbeträgen zu subventionieren, sondern qualitative und sensible Kultur (die noch nie ein Massenprodukt war) zu unterstützen. Sportveranstaltungen würden auch von Pay-TV (siehe SKY) getragen und weiterleben. Hochwertige Kulturveranstaltungen sind von der Obhut des öffentlich-rechtlichen Kulturauftrags abhängig.

2) Kulturelle Grundversorgung muss flächendeckend sein. Durch die geplante Orchesterzusammenlegung mit Standort Stuttgart bleibt der badische Teil des Landes extrem unterversorgt. Ein Beispiel: Aus bislang 120-180 Tagen Orchesteranwesenheit im Freiburger Raum wird eine Reduktion auf nur noch 30 Tage…“zunächst allerdings noch weniger“. Im Vergleich zu Nachbarländern wie z.B. Bayern (wo es allein in München 5 international hochwertige Orchester gibt, und im Umkreis von wenigen Kilometern in Nürnberg, Augsburg, Regensburg dann weitere sinfonische Klangkörper) muss für den Westen Baden-Württembergs eine klare Unterversorgung konstatiert werden.

3) Kulturelle Vielfalt ist ein im Urheberwahrnehmungsgesetz niedergelegtes Grundrecht. Mit der Reduktion von zwei profilierten historisch gewachsenen Orchestern auf ein neues synthetisch generiertes Allround-Orchester geht kulturelle Vielfalt verloren. Speziell das Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg gilt weltweit (siehe Donaueschinger Musiktage u.a.) als international renommiertester Klangkörper für zeitgenössische Musik, – ein Profil, das nunmehr eingehen wird. Gerade eben (Badische Zeitung vom 4.11.2013) wurde im Rahmen eines Freiburger Symposiums (Ltg.: Prof. Günther Schnitzler) unter dem Schirm der Weltkulturorganisation UNESCO das weltweit einzigartige Profil „für Neue Musik“ dieses Orchesters symbolisch als Weltkulturerbe dargestellt.

4) Wer nur aus vermeintlichen Kosten- und Effizienzgründen ein so renommiertes Orchester schließt, scheint aus unserer Sicht die Singularität und einzigartige Bedeutung eines „Sinfonieorchesters“ nicht ausreichend begriffen zu haben. Von allen anderen Musikrichtungen neidlos anerkannt, ist sinfonische Musik die höchste Form des Musizierens: Hundert Musiker synchronisieren sich millisekundengenau im Bereich von Nanoschwingungen und erzeugen bereits dadurch ein Klima der feinstofflichen Verdichtung, das seinesgleichen sucht. Es gibt – zusammen mit dem Phänomen Oper – keine Musikform, die solche Komplexität gepaart mit unmittelbarer Emotionalität aufweist: weltweit wird sinfonisches Repertoire musikgeschichtlich als Höhepunkt musikalischer Leistung angesehen. International erfährt man auf jeder Reise, welche kulturelle Wertschätzung Deutschland und seine Musik im Ausland genießt: in Asien und Südamerika beispielsweise boomt der Run auf deutsche Musikkultur; man baut riesige Konzertsäle und Philharmonien (worin jedes Konzert auch mit Jugendlichen übervoll ist); da reißt man uns die Informationen, Konzerte, Noten, CDs sozusagen aus den Händen! Es ist die Kultur einer Musik von Bach-Händel- Beethoven-Mozart-Haydn-Schumann- Brahms-Bruckner-Mahler-Wagner…bis hin zu Karlheinz Stockhausen, Hans-Werner Henze und Wolfgang Rihm, um die man uns beneidet… Und wie gesagt, – unser „Tafelsilber“ sind die großen Klangapparate und Orchester.

5) Ein Rundfunkrat muss nicht nur aktuell Aufsicht führen und Kosten kontrollieren, sondern strategisch in die Zukunft denken. Diese sieht für das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem nicht rosig aus (was wir als Aufsichtsrat und Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA aus internationalen Quellen bestens wissen): Internet als Lieferant von Audio und Video boomt ohne Ende. Täglich wachsen Streamingdienste aus dem Boden. In manchen Altersklassen nutzen Jugendliche schon zu 60% nichtlinearen Kulturkonsum aus den internationalen Mediatheken. Google-TV, Apple-TV und vergleichbare Angebote der Datenkonzerne (von Simfy, Spotify bis Deezer oder Pandora wären mehr als 20 Anbieter jetzt schon zu nennen) ersetzen die traditionellen Angebote unserer Rundfunkanstalten. Kurzum: Der öffentlich- rechtliche Rundfunk muss mit all diesen kommerziellen „Abspielplattformen“ von Audio und Video konkurrieren und sich in schwierigen Zeiten einer kulturellen wie finanziellen Abwärtsspirale mit klaren Alleinstellungsmerkmalen abgrenzen und damit behaupten. Da könnte es für den Erhalt des Rundfunks hier überlebensnotwendig sein, auf die nachhaltige kulturelle Funktion hinzuweisen. Hinzuweisen, dass man – was alle Datenkonzerne/Abspielplattformen nicht tun! – eigene teure Klangkörper unterhält, dass man musikalische Eigenproduktionen herstellt, die sinfonische Tradition in die Zukunft trägt. Sportrechte kaufen oder industrielle Bild/Ton-Träger abspielen kann jeder…. das förderungswürdige Alleinstellungsmerkmal der Zukunft der Rundfunkanstalten wird die weiterhin umsichtige und verantwortungsvolle Erfüllung ihres kulturellen Auftrags sein.

Diesen Kulturauftrag bitten wir nicht zu vergessen und fordern daher nochmals dringlichst, den eingeschlagenen Weg einer Reduktion der Orchesterlandschaft zu verlassen und – im eigenen Interesse des Erhalts eines im Bewusstsein der Öffentlichkeit als wichtiger Baustein kulturellen Lebens verankerten öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Zukunft – nochmals alles neu zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Im Namen des gesamten Deutschen Komponistenverbandes und seines Präsidiums Prof. Dr. Enjott Schneider und Dr. Ralf Weigand (Präsident und Vizepräsident)

Klangraum 61 veranstaltet mit Musik 21 e.V. die Komponistenmesse vom 16.11. bis 24.11.2013

Wir möchten auf die Komponistenmesse vom 16.11. bis 24.11.2013, täglich von 11 bis 18 Uhr, hinweisen, die der Klangraum 61 in Kooperation mit Musik 21 e.V. veranstaltet. Es soll Konzerte und eine Musikausstellung geben. Dazu schreiben die Veranstalter:

“Alle Komponistinnen und Komponisten der so genannten E-Musik sind aufgerufen, ihre Werke (bis 12 Partituren) einzureichen. Es wird eine Teilnehmergebühr von 45,- ! / erm. 29,- ! (Studenten, Mitglieder von Musik 21 und Deutscher Komponistenverband) erhoben. Interpreten der Neuen Musik sind aufgerufen, Material über sich bzw. ihre Ensembles kostenfrei einzureichen. Weitere Informationen auf: www.klangraum61.de. Die Düsseldorfer Komponistenmesse hat neben dem Austausch, dem Kennenlernen, dem Bewusstmachen zeitgenössischen Komponierens in der Öffentlichkeit die Aufgabe, Komponisten und Interpreten zusammen zu bringen. Werkauswahl: Verschiedene Ensembles und Musiker werden im Laufe der Komponistenmesse Werke auswählen und diese prämierten Werke im kommenden Jahr in ihren Konzerten zur Aufführung bringen. Folgende Ensembles und Solisten haben bisher ihre Teilnahme zugesagt: das Ensemble Horizonte aus Detmold, das Ensemble Neue Musik aus Aachen, das ART Ensemble NRW aus Düsseldorf, der Pianist Udo Falkner aus Düsseldorf, das Duo Mares (Va./Akk.) aus Amsterdam und das Ensemble Black Pencil ebenfalls aus Amsterdam.

Während der Düsseldorfer Komponistenmesse finden folgende Veranstaltungen statt: 15.11. Konzert in der Bergerkirche – Bergerstr. 18b / Düsseldorf Altstadt mit dem ART Ensemble NRW (mit Messestück) 23.11. Konzert mit Jan Gerdes im Klangraum 61 24.11. Konzert von „Musik 21“ in der Jazzschmiede Düsseldorf”

Herzliche Glückwünsche zum 70. Geburtstag an Lothar Voigtländer!

Die Fachgruppe E-Musik im Deutschen Komponistenverband gratuliert Prof. Lothar Voigtländer ihrem ehemaligen Gründungsvorsitzendem und einem ihrer wichtigsten Initiatoren zur Vollendung seines 70. Lebensjahres. Mitten im Zweiten Weltkrieg im September 1943 im sächsischen Leisnig geboren, begann er seine musikalische Vita als „Kruzianer“ des Dresdner Kreuzchores. Nach dem Leipziger Hochschulstudium der Komposition und des Dirigierens wirkte er Ende der Sechziger Jahre als Kapellmeister am Theater Altmark in Stendal. Doch die Kompositionskunst nahm sich die Zeit, die sie zur Vervollkommnung braucht und ließ Voigtländer nicht los: von 1970-73 war er Meisterschüler an der Berliner Akademie der Künste.

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Seitdem lebt er in Berlin, seit 1973 als freischaffender Komponist. Als Mitbegründer und Vizepräsident hauchte er 1984 der „Gesellschaft für elektroakustische Musik“ als DDR-Sektion der C.I.M.E das Leben ein, die nach der Wiedervereinigung zuerst „DecimE“ hieß und heute als DEGEM (Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik) ihren Platz im zeitgenössischen Musikleben einnimmt. Im Deutschen Komponistenverband, damals noch DKIV, kennt man ihn zuerst als langjährigen Vorsitzenden des Berliner Landesverbandes und seit 1995 als Mitglied des Vorstandskollegiums. 2011 bis 2012 leitete er die durch ihn massgeblich mitinitiierte Fachgruppe E-Musik des Deutschen Komponistenverbandes, 2012-2013 war er Präsident des Deutschen Komponistenverbandes.

Lothar Voigtländer ist einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Orchester-, Lieder- und Chorkomponisten seit Mitte der Siebziger Jahre, stellvertretend seine Sinfonien, die Arendt-Lieder und das Oratorium „MenschenZeit“ hervorgehoben. Sein Engagement für den musikalischen Nachwuchs ließ ihn auch nicht ruhen: einerseits wirkte er immer wieder als Lehrer für Komposition, so 1992 als Gastprofessor an der Universität Paris VIII und seit 2010 als Professor an der Hochschule für Musik in Dresden. Der Erhalt und der Ausbau durch Stärkung der Kunst in politischer Hinsicht, erklärt andererseits, weshalb er so massgeblich unsere Fachgruppe E-Musik mit anstiess: die Projekte der FEM versucht mit ihren bescheidenen Mitteln und aller personeller Kraft, den kulturpolitischen Boden nachgerade für die kommenden Künstlergenerationen zu sichern und zu bereiten.

Die Fachgruppe E-Musik dankt Lothar Voigtländer für seinen unermüdlichen Einsatz für die Sache der zeitgenössischen Musik. Wichtige Initiativen der Fachgruppe für das deutsche Musikleben wurden von ihm auf den Weg gebracht. Lieber Lothar, das Leitungsteam der FEM wünscht Dir Gesundheit und Schaffenskraft, um uns viele eindrucksvolle Werke zu schenken und Deinen jüngeren Kolleginnen und Kollegen immer wieder mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Protest des DKV gegen unterlassene Verbesserungen für die KSK

Hier geht es zur Protestnote des DKV gegen unterlassene Verbesserungen für Betriebsprüfungen der DRV (Deutschen Rentenversicherung) namens der KSK (Künstlersozialkasse) bei Firmen, die selbständige Künstler beschäftigen. Indem die Regierungskoalition einen entsprechenden Gesetzesentwurf abwies, werden der KSK weiter dringend benötigte Mittel fehlen, die steuerlich kompensiert werden müssen statt durch Versicherungsbeiträge erbracht zu werden. Somit bleibt die KSK für betroffene Firmen weiterhin politisch anfechtbar und generell bedroht. Hier die Protestnote des DKV. Und hier ein Link zur Petition für den Gesetzesentwurf auf den Seiten des Bundestags. Bitte unterzeichnen!

2 Tipps: Konzert suonomobile & Neckar Musikfestival

Im Südwesten finden die nächste Zeit zwei sehr unterschiedliche und in ihrer Gegensätzlichkeit für den Musikbetrieb interessante Veranstaltungen statt. Mit einem gewissen Augenzwinkern lassen sie sich so kategorisieren:

1.) Von Jungen auch mit und für Ältere: Samstag, 13.7.13 gibt das Ensemble suonomobile ein weiteres Konzert in der Reihe FEUERBACHglobal, Freies Musikzentrum Stuttgart, Am Roserplatz – Stuttgarter Str. 15. Den Lesern der FEM-Homepage ist ja Thomas N. Krüger reichlich bekannt. Er und weitere seiner Kollegen bilden jenes Künsterkollektiv suonomobile, das in seinem Konzert auf einem Schlag die mitunter bedeutendsten jungen deutschen Komponisten vereint: Krüger selbst und z.B. auch Malte Giesen spielen und performen u.a. ihre Kollegen Johannes Kreidler, Gordon Kampe, Hannes Seidl und Robin Hoffmann. Als ggf. Ältester kommt auch Nicolaus A. Huber zum Zuge. Weitere Informationen unter jenem Link.

2.) Von Älteren auch in der Hoffnung auf Jüngere: Das Neckar Musikfestival des Komponisten Martin Münch, welcher neben der sogenannten “Neuen Musik” nach einer anderen Moderne forscht, veranstaltet dieses Jahr etlich schöne Konzerte mit Älterem und Neuerem im Südwesten Deutschlands. Mehr Informationen hier.  

Ein Hinweis für Mitglieder des Deutschen Komponistenverbandes: für diese gibt es interessante Reduktionen für sich sowie eine begleitende Person gegen Vorlage des DKV-Ausweises oder eines an das Mitglied gerichteten Schreibens des DKV. Am Besten direkt beim Festival vorab nachfragen, siehe “Kontakt” auf der oben verlinkten Webpräsenz des Festivals.

Das “musikprotokoll” des Steirischen Herbstes ist in Gefahr

Die österreichische zeitgenössische Musikszene benötigt unsere Solidarität: Der ORF spielt aktuell mit dem Gedanken das “musikprotokoll”, vergleichbar mit den Donaueschinger Musiktagen, einzustellen. Bisher findet dies jährlich im Rahmen des Steirischen Herbstes statt. Nun regt sich ähnlicher Widerstand wie z.B. gegen die Pläne der SWR- Orchesterfusion. Auf der Seite http://rettetdasmusikprotokoll.mur.at/de  kann man eine Petition zum Erhalt unterzeichnen. Bisher unterzeichneten mehr als 3.500 Personen. So befindet man sich dort neben etlichen Personen im breiten Spektrum vieler künstlerischer und nicht-künstlerischer Berufe in bester prominenter Gesellschaft z.B. mit Komponisten wie Wolfgang Rihm, Dieter Schnebel, Jörg Birkenkötter, Michael Jarell, Dirigenten und Intendanten wie Cornelius Meister oder David Pountney.

im Deutschen Komponistenverband